Specialty Coffee / Spezialitätenkaffee FAQ: Wer, wie, was?

Guter Kaffee ist Geschmacksache! Was macht für dich einen guten Kaffee aus? Wenn man 50 Leute fragt, erhält man mit Sicherheit rund 70 verschiedene Antworten auf diese einfach klingende Frage. Specialty Coffee bietet hier einen Orientierungspunkt. Auf Deutsch wird er häufig auch Spezialitätenkaffee genannt.

Denn man kann sich mit Sicherheit auf folgendes einigen: guter Kaffee sollte einen hohen Qualitätsstandard erfüllen, ein besonderes Geschmackserlebnis ermöglichen und aus nachhaltigem Anbau stammen. Auch kurze Lieferwege sind aus ökologischer Sicht sehr wichtig. Diese und weitere Kriterien muss ein echter Spezialitätenkaffee erfüllen.

Was ist Specialty Coffee ?

Unter Spezialitätenkaffee bzw. Specialty Coffee versteht man einen Kaffee, dessen gesamter Prozess vom Landwirt bis zur Tasse mit Kaffee aus einer Hand kommt. Der Begriff Specialty Coffee wurde zum ersten Mal 1974 von Erna Knutsen in einer Ausgabe des „Tea & Coffee Trade Journal“ verwendet. Knutsen nutzte den Begriff, um Kaffeebohnen mit dem besten Geschmack zu beschreiben, die in speziellen Mikroklima hergestellt wurden.

Der Begriff Specialty Coffee bzw. Spezialitätenkaffee ist durch die Richtlinien der „Specialty Coffee Association of America“ (SCAA) geschützt. Es gibt auch Specialty Coffee Associations einzelner Länder und Kontinente: in  Japan, Europa, Neuseeland, Singapur, AustralAsian (Australien & andere asiatische Länder) sowie Korea und Südafrika. Zu den Ländern, die für die Herstellung von Spezialitätenkaffee bekannt sind, gehören Kolumbien, Äthiopien, Brasilien und Indonesien. Auch hier gibt es einige Kaffeeverbände, die sich mit der Vermarktung und Verbesserung der Bedingungen im Kaffeeanbau beschäftigen.

Die Qualität der Kaffeebohnen wird strengen Prüfungen unterzogen, die spezielle Anforderungen an die Kaffeequalität des Specialty Coffee stellen. Bei Spezialitätenkaffee kann es sich aber aus Marketingsicht auch um Produkte handeln, die eine hohe Kaffeequalität durch Wissen über den Anbau, die Röstung und Verarbeitung der Kaffeebohnen erreichen.

Specialty Coffee Spezialitätenkaffee Kaffeebohnen

Direkte Beziehungen zwischen den Kaffeeröstereien und den Kaffeebauern sind die Regel und die damit einhergehende Transparenz bezüglich der Lieferkette, der Löhne und eines nachhaltigen, ökologischen Anbaus des Kaffees. Spezialitätenkaffee kann somit also auch als Ausprägung einer sozialeren und nachhaltigeren Wirtschaft gesehen werden und sollte daher unterstützt werden! Natürlich hat echter Spezialitätenkaffee einen höheren Preis als Supermarktkaffee. Dafür bietet er aber auch weitaus volleres und intensiveres Geschmackserlebnis.

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Qualitätsunterschied von Specialty Coffee

Bei Specialty Coffee geht es also in erster Linie um die Qualität des Kaffees, aber auch um andere Aspekte eines fairen, internationalen Handelns. Nach Angaben der SCAA wird Kaffee, der auf einer 100-Punkte-Skala bei einer Überprüfung 80 Punkte oder mehr erzielt, als „Spezialität“ bzw. Specialty Coffee eingestuft.

Qualitätsunterschiede der Bohnen werden in „Graden“ (von 1 bis 5) eingestuft, wobei die Einstufung 1 die beste Qualitätsstufe ist und eine „5“ die schlechteste, ähnliche wie im Deutschen Schulnotensystem. Nur Kaffee, der mit der Höchstnote 1 bewertet wurde, darf die Bezeichnung Spezialitätenkaffee tragen. Kaffee mit der Klassifizierung 2 ist lediglich Premium-Kaffee.

specialty coffee spezialitätenkaffee visual

Die Benotung hängt davon ab, welche Defekte wie oft bei dem Kaffeebohnen auftreten. Es dürfen beispielsweise bei einer Menge von 300g Bohnen bei echtem Specialty Coffee nur 3 defekte Bohnen dabei sein. Es dürfen auch keine unreif geernteten oder verfärbte Bohnen enthalten sein. Es gelten also ziemlich strenge Standards für den Spezialitätenkaffee.

Spezialitätenkaffee & die SCAA

Nachdem wir nun wissen, was Specialty Coffee ist und was ihn von herkömmlichem Supermarkt-Kaffee unterscheidet, geht es als nächstes um den Weg zum besonderen Spezialitätenkaffee. Dabei spielte die „Specialty Coffee Association of America“ (kurz SCAA) eine wichtige Rolle. Die SCAA wurde bereits 1982 in den USA  gegründet und hat das Ziel, alles  zu unterstützen,  was die Qualität von Spezialitätenkaffee erhöhen kann. Dabei versteht sie sich auch von Anfang an als weltweit operierende Gemeinschaft.

Wichtig dabei sind natürlich die Interessen aller, die im Rahmen der Kaffeewirtschaft aktiv sind: Kaffeebauern, die vielen Kaffeeröstereien, Kaffee(groß)händler und viele mehr. Dafür müssen bspw. Lieferketten analysiert werden, um den Ursprung sowie Anbaumethoden sicherzustellen und Verbesserungen empfehlen zu können.

spezialitätenkaffee specialty coffee anbau

Eine hohen Qualität von Speciality Coffee geht aber auch mit Nachhaltigkeit  einher. Die Nachhaltigkeit ist daher ein wichtiger Faktor in der Arbeit der SCAA und das nicht erst seitdem nachhaltiger Kaffee hip und trendy geworden ist. Denn seit den 80er Jahren setzt sich die Organisation für nachhaltigen Kaffeeanbau und -handel ein. 1998 wurde die Speciality Coffee Association of Europe (kurz SCAE)  gegründet, die sich seitdem parallel zu ihrem amerikanischen Vorbild für besseren Kaffee einsetzte.

Im Jahr 2017 schloßen sich die SCAA, die SCAE zusammen zur gemeinsamen Specialty Coffee Association (kurz SCA) zusammen. Dieser Prozess dauert einige Jahr seitdem die Gespräch in 2012 aufgenommen wurden. Eine genaue Übersicht der Geschichte der beiden Organisationen gibt es hier.

Die Organisation bietet ein Experten-Netzwerk, das sich mit allen Themen rund um Spezialitätenkaffee befasst. Es werden nicht nur umfangreiche Infomaterialen bereitgestellt, sondern auch Schulungen und spezielle Veranstaltungen für Kaffeeliebhaber angeboten. Auch Kaffeewettbewerbe wie Barista Championships sowie gemeinsame Reisen in die Ursprungsländer der Kaffees sind zentrale Aktivitäten der Kaffeeorganisation.

Besonderheiten von Specialty Coffee

Die Angabe „Single Origin“ ist für Spezialitätenkaffee alles in allem sehr wichtig und bezieht sich auf die Herkunft des Kaffees. Die Kaffeebohnen unterscheiden sich dabei je nach Jahreszeit sowie Zeitpunkt der Ernte geschmacklich. So kann eine Tasse Kaffee zum Beispiel auch im Januar anders schmecken als im September. Das macht diesen Spezialkaffee sehr besonders!

Industrielle Kaffeeunternehmen möchten allerdings einen gleichmäßigen Geschmack bieten, damit die Konsumenten zu jeder Jahreszeit einen ähnlichen Kaffeegeschmack erhalten. Also mischen einige Kaffeemarken mehrere Kaffeebohnen aus verschiedenen Gebieten der Erde zusammen, um gleichmäßige Geschmacksnuancen zu erhalten. Diese Art des Kaffees nennt man dann Blend. So kann der Kaffee immer ein gewohntes und gleichmäßiges Aroma haben, da sich die verschiedenen Geschmacksnoten ergänzen und mischen.

Specialty Coffee in der Tasse

Viele Kaffeeblends haben einen ähnlichen Geschmack. Das Mischen verschiedener Bohnen geht mit einem Verlust der Einzigartigkeit des Geschmacks einher. Echte Kaffeekenner würden daher nie einen Blendkaffee trinken. Die Angabe „Single Origin“ ist daher für Kaffee nicht nur  eine Angabe für die Herkunft. Single Origin ist auch ein Qualitätsmerkmal für reinen Kaffee aus einer Anbauquelle.

Ausgewählte Single Origin Kaffees:

Specialty Coffee Deutschland: Eine Karte

Bei EuropeanCoffeeTrip findet ihr eine kleine Karte der Bars und Röstereien, von denen sie auch einige besucht haben. Hier kommen für Specialty Coffee Köln etwa 31 Standorte zusammen. Bei Specialty Coffee Hamburg 38 und bei Specialty Coffee Berlin sogar ganze 74 Standorte. Im Großraum Frankfurt gibt es lediglich 27 und Specialty Coffee München bietet sogar nur 23 Standorte an. Wer mehr über die Verbreitung von Kaffeeröstereien in Deutschland findet dazu Infos in unserem Beitrag.

Extra-Tipp: Specialty Coffee Maps gibt es auch als Bücher. 🙂

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